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Zu Diskriminierungen von schwangeren Frauen und jungen Müttern am Arbeitsplatz

Liebe Frauen,

der Runde Tisch des AKF e. V. „Lebensphase Eltern Werden“ bittet (ehemals) berufstätige schwangere Frauen und junge (stillende) Mütter um anonyme Berichte über strukturelle und persönliche Diskriminierungen, die sie während einer Schwangerschaft oder Stillzeit durch Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz erlebt haben. Auch über Diskriminierungen von Kolleginnen können Sie uns berichten.

Wir beteiligen uns damit an der europaweiten Kampagne der European Women‘s Lobby „Take action today!
Call for stories: workplace discrimination of new parents“.

Auch heute noch werden schwangere Frauen und stillende Mütter in der Arbeitswelt häufig als Krankheitsfall und Störfaktor angesehen. Schwangerschaft und Familiengründung führen oft zu Benachteiligungen im weiteren Berufsleben.

Wir werden die hoffentlich vielen verschiedenen Berichte zusammenstellen und veröffentlichen. Gemeinsam mit anderen Frauenorganisationen wollen wir erreichen, dass Schwangere und junge Mütter in der Arbeitswelt mehr Wertschätzung erfahren und selbstverständlich zur Normalität eines jeden Betriebes gehören.

Um strukturelle Benachteiligungen wie z.B. verminderte Aufstiegschancen, verzögerte Ausbildungszeiten, arbeitsrechtliche Nachteile für Schwangere und junge Mütter auszuschließen, müssen die veralteten Schutzbestimmungen, z.B. das Mutterschutzgesetz von 1952, aktualisiert und den heutigen Erfordernissen angepasst werden. Das damals noch vorherrschende Frauenbild der treusorgenden Hausfrau und Mutter geht an der heutigen Realität vorbei, ebenso wie einige Schutzvorschriften. Ziel muss es sein, Schwangere oder stillende Frauen vor gesundheitlichen Gefährdungen bei der Arbeit zu schützen und zugleich die Teilhabe an Erwerbsarbeit zu erhalten. Denn spätestens mit der Schwangerschaft stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der gesellschaftlichen Chancengleichheit von Frauen und Müttern.

Deswegen sammeln wir Ihre Berichte über Diskriminierungen, abfällige Bemerkungen und Ausgrenzungen während der Zeit der Schwangerschaft und danach. Schreiben Sie sie einfach auf und schicken Sie sie an: buero(at)akf-info.de oder AKF-Geschäftsstelle, Sigmaringer Str. 1, 10713 Berlin

An der Arbeit des Runden Tisches „Lebensphase Eltern Werden“ beteiligen sich:
Karin Bergdoll, Ute Höfer, Maria Beckermann für den AKF-Vorstand, Katharina Luedemann als klinisch-operative Gynäkologin, Edith Bauer, Barbara Ehret, Gabi Göttsching-Krusche, Viola Hellmann für die AKF-Gynäkologinnen-Gruppe, als Hebammen Christine Loytved und Sabine Striebich für die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaften, Hanna Ojus für den Bund freiberuflicher Hebammen, Susanne Steppat und Katharina Jeschke für den Deutschen Hebammenverband e.V. und K. Jeschke für die Unterarbeitsgruppe Mutterschutz , Anke Wiemer für quag (Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V.), Ulrike Hauffe und Collette Mergeay als Psychologinnen, Petra Kolip als Wissenschaftlerin in Public Health, Barbara Reuhl als Referentin für Arbeitsschutz für die Unterarbeitsgruppe Mutterschutz, Juliane Beck als Juristin und Stillexpertin, Sonja Siegert von der BZgA, Karin von Möller von der Universität Osnabrück, Petra Otto als Diplompädagogin und Redakteurin.