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Unterstützung für Care-Arbeitende - Fehlanzeige im CDU/SPD-Koalitionsvertrag

Seit vielen Jahren erleben immer mehr Menschen in der BRD, dass die gestiegenen Anforderungen der Erwerbsarbeit bei gleichzeitig zunehmender Sorgearbeit für Kinder und unterstützungsbedürftige Angehörige wenig Zeit für Selbstsorge und schon gar keine Zeit für Muße lassen. Die Gründe sind hinlänglich bekannt: Im neoliberalen System sollen sowohl alle erwerbsfähigen Personen möglichst in Vollzeit berufstätig sein, um sich auch fürs Alter eine Absicherung zu erarbeiten, gleichzeitig aber auch jenseits dieser Berufstätigkeit immer mehr Verantwortung für ihre eigene Bildung und Gesundheit sowie für das Aufwachsen ihrer Kinder und die Pflege von Angehörigen übernehmen. Das kann nur zu enormer Überbelastung und Zeitstress führen. Doch im Koalitionsvertrag steht weder die unentlohnte Care-Arbeit, die meist in Familien, insbesondere von Frauen, ausgeführt wird, noch die entlohnte Care-Arbeit in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen im Zentrum. Im Koalitionsvertrag ist fast ausschließlich von den wirtschaftlichen Aktivitäten jenseits der Care-Arbeit die Rede, da dort die Mehrwertproduktion realisiert wird. Care-Arbeit ist zwar zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendig und hat mehr als den doppelten Umfang, verglichen mit allen anderen wirtschaftlichen Aktivitäten zusammengenommen, soll aber im Sinne der Gewinnmaximierung möglichst wenig kosten. Hier ist eine Care-Bewegung gefordert, die an Kraft und Sichtbarkeit gewinnen muss...

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