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Pressemitteilung: BARMER GEK Verwaltungsrat fordert umfassende Pflege-Neuausrichtung

Berlin 26.03.2012

Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz stößt beim BARMER GEK Verwaltungsrat grundsätzlich auf Zustimmung. „Insbesondere die Verbesserung von Leistungen für Demenzkranke geht in die richtige Richtung“, sagt Holger Langkutsch, Vorsitzender des Versichertenparlaments. Gleichwohl vermisse man klare Perspektiven für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. Anlässlich des heute in Berlin stattfindenden BARMER GEK Symposiums „Sicherheit im Pflegefall. Wohin steuert die Pflegeversicherung?“ fordern die BARMER GEK Verwaltungsräte die zügige Einführung des neuen Begriffs für Pflegebedürftigkeit: „Der jetzt beauftragte Expertenbeirat muss die gute Vorarbeit seines Vorgängers nutzen.“ Gerade weil man noch viele komplizierte technische und finanzielle Fragen zu klären habe, sei weniger Aufschub und mehr Umsetzung gefragt. „Wir dürfen jetzt nicht auf halber Strecke stehen bleiben!“ Auch künftig müsse die Pflege durch eine solide paritätische Umlagefinanzierung sichergestellt werden, die Private Pflegeversicherung sei dabei in die Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung mit einzubeziehen. Auch die geplante Förderung von freiwilligen privaten Pflegezusatzversicherungen sehen die Versichertenvertreter mit Skepsis. „Ein sozial ausgewogenes und ökonomisch tragfähiges Modell, von dem alle profitieren, ist hier schwer vorstellbar.“ Positiv bewertet der Verwaltungsrat insbesondere die gezielte Leistungsverbesserung für Demenzkranke, die zuhause betreut werden. Damit erhielten Versicherte mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die bisher nur zusätzliche Betreuungsleistungen beanspruchen konnten, eine weitere finanzielle Unterstützung. Begrüßt werden auch alle Pläne der Bundesregierung, die neue Wohn- und Betreuungsformen fördern, eine flexiblere Inanspruchnahme von Leistungen ermöglichen oder die medizinische Versorgung in Pflegeheimen verbessern. Auf Ablehnung stößt dagegen die Idee, die Beratung der Pflegebedürftigen auch auf weitere externe Beratungsstellen zu verlagern. „Beratung ist eine Kernaufgabe der Pflegekassen.“ Um die optimale Pflege sicher zu stellen, sei die Aufwertung der Pflegeberufe nötig.